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EM Bokashi

EM Bokashi


Was ist Bokashi?


Der Begriff Bokashi bedeutet in der japanischen Sprache "Allerlei". In der EM-Technologie hat sich Bokashi als Bezeichnung für fermentiertes organisches Material eingeführt. Bokashi ist weitgehend vergleichbar mit dem Silagefutter in der Landwirtschaft oder sauer eingelegtem Gemüse, insbesondere Sauerkraut.

Mit Hilfe von EM können somit auch biogene Reststoffe wie Mist, Küchenreste, Blätter, Gras usw. recycelt werden. Die Umsetzung organischer Substanz läuft bei der Fermentation im Gegensatz zur Kompostierung unter Luftabschluss ab (anaerob). Sie wird durch die Vielfalt der fermentativen Mikroben in EM1 bewirkt. Die Fermentation schließt ab, wenn der pH-Wert unter 4 abgesunken ist. Dies ist bei Temperaturen zwischen 15 und 25°C nach 3 bis 4 Wochen erreicht.

Bei der Fermentation werden vorhandene organische Stoffe neu strukturiert und durch den Stoffwechsel der Mikroben energetisch und stofflich aufgewertet. Bei diesem Prozess vermehren sich die Mikroorganismen, aus dem Stoffwechsel der Mikroben bilden sich komplexe organische Wertstoffe, wie Aminosäuren, Fettsäuren (Milchsäure, Propionsäure), Zucker- und andere Kohlenwasserstoffverbindungen, Fermente, Hormone, Aromastoffe, Vitamine, Antioxidantien. Durch diese Prozesse wird das Fermentationsgut zudem hygienisiert.

Fermentation dient in der Natur der Erhaltung und Stabilisierung lebensfördernder Prozesse. Sie unterscheidet sich somit von der Fäulnis, das ist fehlgeleitete Stoffumsetzung bei Dominanz spezieller Fäulniserreger. Durch Fäulnis entstehen lebensfeindliche Stoffe wie Ammoniak oder Schwefelwasserstoff.

Grundsätzlich gilt: Mit EM gibt es keinen organischen Abfall mehr, sondern nur noch Ausgangsmaterial für wertvollen Dünger und Mulch. Im Vergleich zum herkömmlichen Kompost ist Bokashi deutlich wertvoller, weil im Gegensatz zur dort üblichen Oxidation durch die Fermentation keine wertvollen Energien und Inhaltsstoffe verloren gehen.

EM als Starter für Fermentation

Das bekannteste Fermentationsprodukt ist Sauerkraut. Aus einfachem Kohl wird durch mikrobielle Wertschöpfung köstliches Sauerkraut mit einem hohen Gehalt an organischen Wertstoffen. Bekannt ist auch das Ansäuern von Brotteig mit Sauerteig (lat.: fermentum).

Für die Silage von Gras, Heu oder Mais zur Gewinnung bzw. Konservierung von Viehfutter in der Landwirtschaft (Sauerkraut für das Vieh) gibt es viele Milchsäurepräparate als Starter. In der Praxis und in Versuchsreihen hat sich der Silierzusatzstoff EM-Silo als sehr wirksam erwiesen, weil die Mikrobenvielfalt von EM die Silage schnell ansäuert und das Endprodukt bei Luftzutritt nach der Fermentation stabil bleibt (aerobe Stabilität). Silage darf nicht nachgären; dies würde Fäulnis fördern, die sich belastend auf die Verdauung der Tiere auswirkt.

Der Boden als Darm der Pflanze soll ebenfalls nicht mit faulender Nahrung aus fehlerhafter Kompostierung für das Bodenleben behandelt werden. Deswegen schätzen es die Lebewesen vom Regenwurm bis zur kleinsten Mikrobe im Boden sehr, wenn sie gut milchsauer fermentiertes "Futter" bekommen. Gemäß den Grundsätzen der alten Humusforscher sollen wir nicht die Pflanzen, sondern das Bodenleben füttern.

Rezepte zur Herstellung von Bokashi und EM-Kompost

"Körnerbokashi"

auf Basis Sojaschrot und Weizenkleie
(s. Bokashi-Seminare Dützhof)

Dieses Bokashi ist einfach herzustellen und wegen seiner guten Streufähigkeit vielseitig einsetzbar. Die Zutaten sind im landwirtschaftlichen Bedarfshandel (z.B. Raiffeisen, Baywa) preiswert zu beziehen. Sojaschrot und Weizenkleie wird zu etwa gleichen Gewichtsanteilen gut durchmischt. Die Zugabe von Urgesteinsmehl und EM-Keramikpulver ist zu empfehlen. EMa (1 Liter/10 kg) und Wasser wird bis zu einer Feuchtigkeit von 30 % zugegeben.

Die richtige Feuchtigkeit kann wie folgt überprüft werden: Eine Bokashi-Probe wird in der Faust zusammengedrückt; nach dem Öffnen der Faust bleibt das Bokashi zunächst zusammen, zerfällt aber bei leichtem Schütteln der Hand.

Der Ansatz wird in einen stabilen Plastiksack oder in luftdicht verschließbare Gefäße gefüllt, gut angedrückt, um die Luft (Sauerstoff) so weit wie möglich zu entfernen und in einem temperierten Raum 3 bis 4 Wochen fermentiert. Gelungenes Bokashi erkennt man am milchsauren Geruch, der manchmal auch an Lösungsmittel erinnert, je nachdem ob die Milchsäuregärung oder die alkoholische Gärung überwiegt.

Beispiel für einen Ansatz:
25 kg Weizenkleie (C/N 30-50/1)
25 kg Sojaschrot (C/N 10-20/1)
1 kg Gesteinsmehl und 0,1 kg EM-Keramik-Pulver
5 Liter EMa

Diese Mischung ergibt ein C/N-Verhältnis (Kohlenstoff/Stickstoff) von etwa 20/1 als eine der notwendigen günstigen Voraussetzungen für die Vermehrung der Mikroorganismen und somit für die mikrobielle Fermentation. Soja ist heute meist gentechnisch verändert. Man sollte sich um gentechnisch nicht verändertes Material bemühen ( z.B. Biohandel). Mikrobiologisch gesehen werden die Eiweißstoffe, die die Genveränderung bewirken, von den Mikroben verstoffwechselt.

Weitere Informationen: siehe "Allgemeine Hinweise zur Bokashi-Herstellung" am Ende dieser Schrift.

Futter-Bokashi

Viehhalter bokashieren ihr Kraftfutter oder bereiten eine Mischung aus Kleie, Spelz und Kraftfutter oder auch Getreideschrot, Walzgerste oder Walzhafer. Dies Ausgangsmaterial wird mit EMa auf 30 % Feuchtigkeit angemischt. (siehe auch Körner-Bokashi). Dicht verschlossen ist dieses Bokashi wie Silage haltbar. Vor jeder Nutzung immer Geruch und evtl. Geschmack kontrollieren! Die Beimischung zum sonstigen Futter liegt bei 2% bis 3% Bokashi. Mit der Fermentation werden organische Wertstoffe aufgeschlossen bzw. aufgebaut. Eventuelle Mykotoxine (Schadstoffe aus Pilzbefall) oder andere Belastungen werden durch die Mikroorganismen verstoffwechselt.

Rasen-Bokashi

Vor dem Rasenschnitt wird EMa auf den Rasen gesprüht, 0,5 Liter EMa auf 4,5 Liter Wasser über die Gartenspritze. Den Rasenschnitt direkt in einen dichtschließenden, möglichst reißfesten Plastiksack füllen, das Material dicht zusammendrücken, so wie die Bauern die großen Silagehaufen verdichten bzw. wie bei der Sauerkrautherstellung. Aus dem Rasenschnitt entsteht nach drei bis 4 Wochen ein aromatisch süß-sauer riechendes Rasen-Bokashi, das als Mulchmaterial für die Beete Verwendung findet. Das saure Material kann krautige Pflanzen "verbrennen". Daher sollte ein wenig Abstand zu krautigen Pflanzen, die gefördert werden sollen, eingehalten werden. Durch die Fermentation mit Hilfe der Effektiven Mikroorganismen entsteht in diesem Falle innerhalb von drei Wochen Mulchmaterial der Extraklasse! Bokashi steht auf der Speiseliste der Regenwürmer ganz weit oben, denn diese fermentieren sonst selbst organisches Material. Mit fermentiertem Rasenschnitt sparen sich Regenwürmer die Arbeit der Fermentation, ziehen das fertig fermentierte Bokashi in ihre Röhren, haben Futter im Überfluss sowie Zeit und Muße, sich zu vermehren. Durch die Ausscheidungen der Regenwürmer aus der mikrobiellen Verdauung und die Bodenauflockerung profitiert der Boden in extremer Weise. Es gibt auch keine Nacktschnecken mehr, denn diese haben die Aufgabe, Fäulnis zu fressen, zu verdauen und in Humus umzusetzen. Fermentierter Rasenschnitt als Mulch fault aber nicht!

EM-Kompost bereiten

Das zu kompostierende Material wird lagenweise (wie Stapelmist) aufgeschichtet und alle 5 bis 10 cm eine Hand voll Gesteinsmehl und ein Schwall verdünntes EM aus der Gießkanne (1 Tasse EM/10 Literkanne) aufgebracht. Anschließendes Festtreten des Kompostes führt dazu, dass möglichst wenig Sauerstoff im Kompost verbleibt.

Durch die fermentative (nicht oxidative) EM-Anwendung wird der Kompost nicht so heiß, Unkrautsamen und Pilzkrankheiten werden durch die milchsaure Gärung natürlich abgebaut, Energie und Nährstoffe bleiben im Kompost. Auch dieser Kompost ist im Sommer in 10 Wochen ohne Umsetzen fertig und hat wesentlich mehr Düngekraft und Wertstoffe, als Kompost, der unter Luftzufuhr entsteht.

Super-Bokashi zur Düngung

Bestandteile von Super-Bokashi können beispielsweise im Einzelnen sein:
3 Kg Getreideschrot oder gekrümeltes Altbrot (kann auch durch trockenen Hühnerkot ersetzt werden, der aber für viele Haushalte schwerer zu beschaffen ist)
3 Kg Spelzen von Getreide oder Strohmehl oder trockenes Laub gerebelt
3 Kg frische Grünabfälle (z.B. Grasschnitt und/oder kleingehackte Küchenabfälle)

Die gesamte Mischung muss nach dem Ansetzen mit Wasser und EMa gut krümelig sein und darf nicht schmieren. Ist sie zu nass oder zu trocken, mit Wasser oder trockenem Material regulieren. Dieses Material wird im Plastiksack oder einem anderen geeignetem Behälter, der luftdicht zu verschließen ist, fermentiert.

Nach ca. 20 bis 30 Tagen an einem warmen Ort riecht das Ganze süß-sauer und ist von weißem Pilzmycel durchwachsen. Der PH-Wert des Materials liegt dann unter 4, ist also sauer. Unter Luftabschluss an einem kühlen Ort ist dieses Material 2 bis 3 Monate und oft auch länger haltbar.

Küchen-Bokashi

Küchen-Bokashi wird aus klein geschnittenen Küchen"abfällen" im speziellen Bokashi-Eimer angesetzt. Der organische Küchenabfall wird wie gewohnt im Eimer in der Küche gesammelt, nach jedem Zugang mit etwas EM-Verdünnung besprüht und immer wieder einen Hauch Keramikpulver darüber gestreut. Etwa alle zwei Tage gibt man den Abfall in den Bokashi-Eimer und drückt den Abfall fest zusammen. Nach jedem Befüllen wird der Inhalt des Bokashi-Eimers mit einem Sandsack beschwert und abgedeckt (eine Schaufel Sand in einer Plastiktüte), damit die Fermentation möglichst wenig durch Sauerstoff beeinträchtigt wird.

Allgemeine Hinweise

Grundsätzlich kann Bokashi aus den verschiedensten biogenen Reststoffen bereitet werden. Wesentlich ist, dass die Mikroorganismen einen optimalen Start an ihrer Wirkungsstätte haben. Die Ausgangsmaterialien wählt man entweder nach dem Zweck, den man hinterher damit erfüllen will oder nach dem, was über die Fermentation sinnvoll und für die Umwelt nützlich entsorgt werden soll (z.B. Rasen- und Grünschnitt, Küchenreste).

Die Zusammensetzung und Auswahl der Zutaten richtet sich nach der Verfügbarkeit und dem C/N - Verhältnis (C=Kohlenstoff, N=Stickstoff). Einige Stoffe wie Stroh sind kohlenstoffbetont, andere dagegen stickstoffbetont, wie Fäkalien, Mist, Harn. Ideal für die Fermentation ist ein C/N-Verhältnis von 15-20/1.

Rasenschnitt liegt nahe an diesem Idealverhältnis, ist aber meist zu nass und kann auch noch mit Rohfaser (Kohlenstoff) angereichert werden. Durch Zugabe trockner organischer Masse kann der zu hohen Feuchtigkeit entgegengewirkt werden.

Getreidekleie eignet sich ideal als Zusatz für die Bokashi-Herstellung, es ist trocken und nährstoffreich, hat aber ein C/N-Verhältnis von 30-50/1. Es bindet zuviel an Feuchtigkeit und hilft, Hohlräume mit Lufteinschlüssen im Fermatenationsgut zu schließen. Trockene und geeignete Stoffe sind auch Herbstlaub, Stroh, Strohhäcksel, Strohmehl. Getreidespelzen. Diese sind aber stärker kohlenstoffbetont. Bei Verwendung dieser Materialien müssen daher weitere Substanzen mit einem engeren C/N-Verhältnis zugesetzt werden. Hierzu eignen sich u.a. Hühnertrockenkot und Ölpresskuchen.

Die verwendeten organischen Substanzen werden intensiv miteinander vermischt, bis eine gleichmäßige Verteilung erreicht ist. Vor allem muss feuchter Grasschnitt gut mit trockenem Material vermengt werdend. Gesteinsmehl und Keramikpulver sollten grundsätzlich in trockenes Fermentationsgut eingemischt werden, sie würden bei feuchtem Material verklumpen.

Alle erwähnten Zutaten wie Schrot, Spelz, Kleie, Ölpresskuchen sind im landwirtschaftlichen Bedarfshandel (Baywa, Raiffeisenmärkte u.ä.) zu beziehen.

Erläuterung:
Schrot ist das gebrochene Getreidekorn, Kleie ist die Kornhülle mit dem nährstoff- und fermentreichen Keimling und Spelz ist die faserreiche Getreideschale. Ölpresskuchen ist der Reststoff aus der Rapsölherstellung.
Gesteinsmehl und EM-Keramik als Zusatz bei der Bokashi-Herstellung binden Nährstoffe, wirken der Nährstoffauswaschung entgegen und sind Basis für die Ton-Humus-Lebendverbauung im Substrat, also die spätere Krümelstruktur im Boden.

Bei der Fermentation bleibt die Struktur des Ausgangsmaterials im Wesentlichen erhalten, Abfälle sollten daher möglichst klein gehäckselt sein.

Je vielfältiger die Mischung ist, desto ausgewogener ist das Verhältnis von C zu N und somit die biologische Aktivität. Eine Überprüfung der Feuchtigkeit des Ausgangsmaterials gibt den Ausschlag für die notwendige Wassermenge. Bei der Herstellung von Bokashi kann statt fertigem EMa auch EMa-Ansatz verwendet werden. Hierzu wird Zuckerrohrmelasse in heißem Wasser gelöst, in einem Kanister mit Wasser aufgefüllt und EM1 dazu gegeben. Mengenverhältnis: auf 10 Liter Wasser je 300 ml Melasse und EMa. Nach guter Durchmischung wird die Lösung nun der organischen Masse langsam beigegeben, vorzugsweise per Gießkanne mit Brauseaufsatz. Nun wird alles nochmals mehrfach umgeschichtet. Je besser die Durchmischung, desto sicherer ist der Erfolg für ein gelungenes Bokashi.

Kleine Mengen Bokashi können in einer Tupperschüssel, etwas größere im Bokashi-Eimer, noch größere in stabilen Kunststoffsäcken, ganz große in Gärmieten (wie die Bauern Silage machen) angesetzt werden. Wichtig ist, dass das zu fermentierende Material immer fest verdichtet wird, damit möglichst wenig Sauerstoff im Material verbleibt. Dichte und luftarme Einbringung zur Schaffung anaerober Verhältnisse ist eine wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Bokashi. Je nach vorhandener Raumtemperatur reift das Bokashi innerhalb von 3 bis 6 Wochen heran. Ideal wären auch hier 35° C, bei niedrigeren Temperaturen dauert es nur länger. Bei normaler Raumtemperatur sind es 3 bis 4 Wochen. Je länger das Bokashi anaerob geschlossen bleibt, umso hochwertiger und stabiler wird es.



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